Am Nachmittag des 17.11.2009 gab es auch in Saalfeld eine spontane Demonstration um auf die Krise des Bildungssystems aufmerksam zu machen. Nicht nur Studenten sind an diesem Tag auf die Straße gegangen, sondern auch Schüler, weil die Zustände im Schulsystem ebenso nicht weiter hinnehmbar sind.
Rund 30 Schüler zogen entschlossen und laut durch die Innenstadt für ein bundesweites einheitliches Bildungssystem, kostenlose Bildung um die soziale Selektion zu stoppen, gegen den Leistungsdruck und für freies und selbstbestimmtes Lernen…
Es wurden Sprechchöre wie „Bildung für alle – und zwar umsonst“ oder „Wir sind hier, wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut“ skandiert und über 100 Flyer an interessierte Passanten verteilt.
Durch diese Aktion wurde die Solidarität zu den Besetzungen, Demonstrationen und anderen Aktionsformen im Rahmen des aktuellen Bildungsstreiks ausgedrückt.
Schon vor dem dem 17.11.09, dem Auftakttermin, des Bildungsstreiks rumort es heftig an deutschen Unis. Die Aktionen haben nun einen internationalen Charakter und spiegeln auch die Solidarität zum Beispiel mit Österreich wieder.
Zur Zeit sind 22 Unis in Deutschland besetzt um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Aktuelle Infos zu den Unibesetzungen gibt es unter: http://www.unsereunis.de/
Da die Bildungsmisere nicht nur an den Universitäten ihren Höhepunkt erreicht hat, sondern auch an Schulen, Kindertagesstätten und so weiter, ist dies nicht nur ein Aufstand der StudentInnen, sondern von allen, SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen, DozentInnen, ErzieherInnen usw. .
In einem Tagesgespräch von Bayern 2 wird über das Thema “Aufstand an den Hochschulen: Sind die Studentenproteste berechtigt?” diskutiert:
Salzburg ruft zum Streik außerhalb Österreichs auf
Wie Ihr sicher schon vernommen habt, befinden sich in diesem Moment alle Universitäten Österreichs im Ausnahmezustand. Von Wien ausgehend wurden Hörsäle der Universitäten in Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt und Innsbruck befreit!
Wir, die Salzburger Studierenden, wollen Euch hiermit ermutigen, den Streik über Österreichs Grenzen hinauszutragen! Eure zahlreichen Solidaritätserklärungen motivieren uns den Widerstand aufrecht zu erhalten und mit frischer Energie weiterzuführen. Kämpft mit uns für die Freiheit der Bildung in ganz Europa!
Zusammen können wir viel bewegen. Die internationale Vernetzung hat bereits begonnen. Nehmt einfach Kontakt zu uns auf. Zeigt uns, dass ihr auf unserer Seite steht. Wir werden weitere Zeichen setzten. Von unserer Seite sind weitere Aktionen geplant, die wir auch gerne mit Euch koordinieren.
Unsere Forderungen:
* Freier Hochschulzugang – gegen Zugangsbeschränkungen
* Restlose Abschaffung von Studiengebühren
* Ausfinanzierung der Universitäten
* Redemokratisierung der Unis
* Abschaffung prekärer Dienstverhältnisse an Unis
Auf der Seite www.unibrennt-salzburg.org findet Ihr alle aktuellen Infos.
Über info[@]unibrennt-salzburg.org könnt Ihr uns jeder Zeit kontaktieren. Wir freuen uns über jede Solidaritätsbekundung und Informationen zu geplanten Aktionen!
Geht auf die Straßen, besetzt Eure Unis und lasst uns gemeinsam Widerstand leisten!
Mit solidarischen Grüßen!
Plattform Uni brennt – Salzburg
Im Juni 2009 sind in über einhundert Städten 270.000 SchülerInnen, Studierende, Azubis, Lehrende und GewerkschafterInnen gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen die unzumutbaren Zustände im Bildungssystem zu protestieren. Trotz großer Aufmerksamkeit und kleinen Zugeständnissen hat sich nichts geändert – unsere zentralen Forderungen wurden nicht erfüllt.
Wir bleiben bei unserer Kritik! Wir machen weiter! Vom 17. November bis zum 10. Dezember rufen wir deshalb zu neuen Aktionen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks auf. Unsere Bewegung ist nicht auf die Bundesrepublik begrenzt, wir stellen den Bildungsstreik in einen internationalen Zusammenhang und solidarisieren uns mit ähnlichen Protestbewegungen in anderen Ländern. Als Auftakt für einen heißen Herbst beziehen wir uns deshalb auf die „Global Week of Action“ und rufen für den 17. November bundesweit zu Demonstrationen und Aktionen auf. Mit vielfältigen Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen, etc.) wollen wir die Krise des Bildungssystems auch nach der Bundestagswahl zur Diskussion stellen und konkrete Veränderungen durchsetzen.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt weltweit, dass wettbewerbsorientierte Entscheidungen in allen gesellschaftlichen Bereichen verheerend sind. Deshalb suchen wir das Bündnis mit Gewerkschaften und anderen sozialen Bewegungen, um die Auseinandersetzung im Bildungsbereich als gesamtgesellschaftlichen Konflikt zuzuspitzen.
Dem Einfluss der maßgeblichen politischen und wirtschaftlichen Interessen im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:
– selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und
Konkurrenzdruck
– freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studien-,
Ausbildungs- und Kitagebühren
– öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft u.a. auf
Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
– Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen
Bildungseinrichtungen
Nach den Protesten gegen die Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig (24.11.) wollen wir in einer bundesweiten Aktionswoche vom 30. November bis 6. Dezember diese Alternativen zum herrschenden Bildungssystem konkretisieren und auf regionalen Bildungsgipfeln zur Diskussion stellen.
Sollten die Verantwortlichen in Regierungen, Ministerien und Hochschulleitungen die berechtigten Forderungen des Bildungsstreiks weiterhin nicht umsetzen, werden wir die Kultusministerkonferenz am 10. Dezember in Bonn massenhaft blockieren und weitere Proteste vorbereiten.
Wir, das bundesweite Bildungsstreiktreffen in Leipzig, rufen alle Bildungsstreikbündnisse und UnterstützerInnen dazu auf, weiter zu machen und sich an neuen Aktionen zu beteiligen.
Wir wollen einen heißen Herbst! Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und nötiger denn je!
Hier noch ein Nachtrag von den Berichten über unseren Schulstreik:
Der Bildungsstreik 2009 ist vorbei… die Ferien auch und schon gehts wieder los in der Lernfabrik.
Die SBunK-Initiative wird weiterhin aktiv bleiben.
Wir treffen uns am Donnerstag, den 13.08.09, ab 15 Uhr im Eine-Welt-Laden bzw. bei guten Wetter im nahegelegenen Park.

Die Demostration unter dem Motto: „Bildungsblockaden einreißen!“ startete gegen 09.45 Uhr vom Bahnhof. Sie war laut, kraftvoll und bunt. Wir starteten mit 250 Leuten. Im Verlauf der Demonstration kamen noch einmal 100-150 Menschen dazu.
Die große Beteiligung an unserer Demonstration zeigt wie viele Menschen, vorallem Schüler, auch in Saalfeld mit dem Schulsystem unzufrieden sind. Es gab eine Zwischenkundgebung auf dem Schulhof der Geschwister-Scholl Regelschule. Außerdem wurde dort der Unterricht abgebrochen, sodass alle Schüler und Lehrer, die noch in der Schule verweilten, erfuhren warum und für was wir demonstrierten.
Vor dem Heinrich-Böll-Gymnasium hielten wir eine weitere Zwischenkundgebung ab. Dort durften wir leider nicht auf den Schulhof. Schüler schauten aus dem Fenster und einige schlossen sich unserer Demonstration an.
Danach zog die Demo mit jetzt 400 TeilnehmerInnen weiter. Am Kreisverkehr gab es eine Soli-Aktion: Ein Banner „Gute Bildung, Schönes Leben sollte es für alle geben“ wurde aus dem Klubhaus gehangen und die Demo lief einige Ehrenrunden. Nach einem kurzen Zwischensprint kamen wir auf dem Markt an. Dort wurden einige Redebeiträge gehalten und die Demonstration gegen 12 Uhr beendet. Die gesamte Veranstaltung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.
Circa 15 SchülerInnen aus Saalfeld und Rudolstadt sind anschließend zur thüringweiten Demonstration nach Erfurt gefahren.
Unsere Demonstration war mit 400 TeilnehmerInnen die dritt größte in ganz Thüringen und damit sehr beachtlich für die Kleinstadt Saalfeld. Wir wurden Unterstützt von Menschen aus Pößneck, Rudolstadt, Bad Blankenburg und Umgebung.
Lasst eure Kritik nicht verstummen – trägt die Forderungen in die Schule und diskutiert dort weiter. Das Bildungssystem steckt in der Misere und muss verbessert werden.
Meldet euch, falls ihr trotz vorher abgegebener Freistellung einen unentschuldigten Fehlttag auf dem Zeugnis habt oder unter sonstigen Repressionen leidet. Mail an: sbunk-initiative@gmx.de
Solidarität ist eine Waffe!
Die Demo sollte ihre Wirkung auf die Öffentlichkeit in der „Provinzstadt“ Saalfeld nicht verfehlt haben. Wir SchülerInnen nehmen unsere Grundrechte wahr und sind nicht kritiklos!
Bilder sind in der Fotogalerie der OTZ online (einfach rechts in der Liste auswählen):
http://bildgalerie.zgt.de/?em_gal=2939&em_client=otz&em_tag=otz.saalfeld_T191492603524
Einige Bilder und ein Artikel sind auch hier zu finden:
http://zeddide-news.blogspot.com/2009/06/bildungsstreik.html
Die OTZ hat auf der Titelseite vom Lokalteil über uns berichtet und wir sind im überregionalen Teil ebenfalls mit Bild erschienen.
Sehr geehrte Frau/geehrter Herr _____________,
hiermit bitte ich das Fehlen unserer Tochter / unseres Sohnes _____________________
am Mittwoch, den 17. Juni 2009, zu entschuldigen.
Sie/Er kann an diesem Tag nicht am Unterricht teilnehmen, weil sie/er gegen die Missstände im Bildungssystem protestiert hat und das Grundrecht auf
Demonstrationsfreiheit (Art. 8, Grundgesetz) wahrgenommen hat.
Die Schulpflicht ist ja schließlich den Grundrechten der Versammlungsfreiheit und der
Meinungsfreiheit untergeordnet. Diese Entscheidung ist zudem auch mit dem Schulgesetz vereinbar. Dieses formuliert als Aufgabe der Schule, die Schüler zu Persönlichkeiten heranzubilden, die fähig sind, „[…] das staatliche und gesellschaftliche Leben auf Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde […] zu gestalten“ (SchulG, §1).
Somit muss sichergestellt sein, dass die Schüler die o.g. Grundrechte und Grundlagen der
Demokratie zu jeder Zeit wahrnehmen und besonders ihr Schulleben bzw. explizit die
Bildungspolitik mit ihren Mitteln gestalten können.
Wir bitten daher darum, bei dieser besonderen Situation von einer Eintragung von Fehlstunden abzusehen.
Mit freundlichen Grüßen,
…
Druckt diesen Text einfach aus und lasst ihn von euren Eltern ausfüllen.
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